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Drei Berliner Revolutionsfriedhöfe

Bustour mit Führung am 26. Januar 2019 auf dem Friedhof der Märzgefallenen, dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde und dem Parkfriedhof Marzahn

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Anhand von drei Beerdigungsorten der Revolutionsopfer werden Hintergründe und Verlauf der Revolution von 1918/19 vorgestellt und veranschaulicht. Jeder dieser Orte steht für eine spezifische Phase der Revolution:

- der Friedhof der Märzgefallenen für die Phase von November und Dezember 1918, die durch die gemeinsame Regierung aus MSPD und USPD geprägt war und während der die Opfer als Freiheitskämpfer geehrt und neben den Toten von 1848 beigesetzt wurden.
- der Zentralfriedhof Friedrichsfelde für die Januarkämpfe und die Eskalation der politischen Gegensätze zur militärischen Auseinandersetzung, die sich in der Separierung eines eigenen Erinnerungs- und Gedenkortes für diese Toten niederschlug.
- der Parkfriedhof Marzahn für die Märzkämpfe und die Eskalation der militärischen Gewalt, vor allem ausgeübt durch rechte Freikorps. Auf dem Parkfriedhof Marzahn wurden die Toten nicht mehr feierlich bestattet, sondern im Massengrab entsorgt. Er steht auch für eine weitgehende Verdrängung eines der blutigsten Kapitel der Revolutionsgeschichte in der Erinnerungskultur.

Anhand der drei verschiedenen Friedhöfe wird in den gesamten Zeitraum der Revolution von Herbst 1918 bis Frühjahr 1919 eingeführt. Dabei geht es auch um die Frage, warum die Toten an unterschiedlichen Orten beerdigt wurden und wie sich in den jeweiligen Bestattungsfeierlichkeiten die Veränderung der politischen Verhältnisse widerspiegelte.
Außerdem beschäftigen wir uns damit, wie - mit Denkmalen - an diese Ereignisse und die Opfer zu verschiedenen Zeiten erinnert wurde: So wurde der Friedhof der Märzgefallenen mehrfach umgestaltet, das Mies-van-der-Rohe-Denkmal auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde von den Nazis abgerissen und auf dem Parkfriedhof Marzahn wurde zu DDR-Zeiten ein Gedenkstein an zwei hier begrabene Matrosenbrüder errichtet.

Während der Führung werden Biografien gefallener Revolutionäre präsentiert. Sie sollen die Lebenswege und die persönlichen Motive, sich an den revolutionären Auseinandersetzungen zu beteiligen, nahebringen. Vorgestellt werden:
Erich Habersaath, Mitglieder des Roten Soldatenbundes und der Volksmarinedivision, beerdigt auf dem Friedhof der Märzgefallenen;
Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und ausgewählte Opfer der Januarkämpfe, beerdigt in Friedrichsfelde;
die Matrosenbrüder Fritz und Albert Gast aus Lichtenberg, beerdigt auf dem Parkfriedhof Marzahn.

Beginn Friedhof der Märzgefallenen, 10 Uhr

Dauer 4 Stunden

In Kooperation mit Förderkreis Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung Berlin-Friedrichsfelde e.V., Bezirksmuseum Lichtenberg

Die Tagung ist Teil des von Kulturprojekte Berlin veranstalteten Themenwinters „100 Jahre Revolution Berlin 1918/19“

Der Eintritt ist frei!

Anmeldung ist erforderlich: anmeldung@paulsinger.de