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Juden in der Münchener Revolution 1918/19

Vortrag und Diskussion am 3. Dezember 2018 mit Prof. Ulrich Wyrwa Moderation: Dr. Christoph Kreutzmüller, Jüdisches Museum

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Nicht nur in Berlin bahnt sich 1918 die Revolution ihren Weg! In München bringt sie die Erklärung Bayerns zum Freistaat und mündet nach turbulenten Monaten in der Ausrufung einer Räterepublik. Was in der heutigen Geschichtsschreibung oft untergeht: Juden und Jüdinnen spielten in der Revolution 1918/19 in Bayern eine wichtige Rolle. In seinem Vortrag beleuchtet Professor Ulrich Wyrwa das politische Handeln dreier jüdischer Protagonisten: Kurt Eisner, der erste bayerische Ministerpräsident, der Anarchist Gustav Landauer, der nach Eisners Tod zu den Mitbegründern der Räterepublik gehörte, und schließlich Eugen Leviné, der für ihre letzte, die kommunistische Phase steht. Dabei werden nicht nur die Unterschiede ihrer politischen Überzeugungen und demokratischen Konzepte diskutiert, es wird auch die Bedeutung ihrer jüdischen Herkunft für ihr politisches Handeln beleuchtet. Schließlich wird der Herausbildung eines extremen Antisemitismus im Zuge der konterrevolutionären Bewegung nachgegangen, in der eine neue Qualität antisemitischer Gewalt zum Ausbruch kam und neue antisemitische Schlagworte geprägt wurden.

Ulrich Wyrwa ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Antisemitismus und jüdische Geschichte in Europa im 19. und frühen 20. Jahrhundert mit besonderem Fokus auf Italien und Deutschland. Von 2005 bis 2015 hat er zusammen mit Werner Bergmann am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin zwei internationale Doktorandenkollegs zur Entstehung und Entwicklung des Antisemitismus in Europa (1879 - 1914 / 1914 - 1923) geleitet. Für Gastprofessuren war er am Fritz-Bauer-Institut, Frankfurt/M., am Centrum für Jüdische Studien, Graz, und an der Hebräischen Universität, Jerusalem.


Veranstaltungsort: Podewil, Klosterstraße 68, 10179 Berlin

Zeit: 3.12.2018 um 19 Uhr


In Kooperation mit Kulturprojekte Berlin und dem Jüdischen Museum

Die Tagung ist Teil des von Kulturprojekte Berlin veranstalteten Themenwinters „100 Jahre Revolution Berlin 1918/19“

Der Eintritt ist frei!

Foto: Gustav Landauer