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"Die Gedanken sind frei" - Ein revolutionäres Wochenende

Am 18. und 19. März 2017 bieten der Friedhof der Märzgefallenen und das August Bebel Institut ein abwechslungsreiches Programm zum Thema "Revolutionen gestern und heute" an

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Am 18. und 19. März 2017 erinnern die Gedenkstätte Friedhof der Märzgefallenen und das August Bebel Institut an die revolutionären Ereignisse in Berlin im März 1848. In Sonderführungen, einer Podiumsdiskussion zum Thema "Medien und Revolutionen 1848 und heute" und einer Night-Lecture mit dem Titel "Berlin als Schauplatz von Rebellionen und Revolutionen" geht es am 18. März um die Frage, was die Ereignisse von damals eigentlich noch mit uns heute zu tun haben. Höhepunkt ist am Nachmittag um 15 Uhr die Gedenkstunde auf dem Friedhof der Märzgefallenen im Volkspark Friedrichshain, auf dem 255 der getöteten Revolutionäre beigesetzt wurden. Am 19. März gibt es die einmalige Möglichkeit, das neuerrichtete Berliner Stadtschloss im Rahmen der szenischen Führung "Auf zu den Barrikaden!" zu besichtigen.


PROGRAMM

Samstag, 18. März

Friedhof der Märzgefallenen:
11.00 Uhr: Führung: Frauen in der Märzrevolution
14.00 Uhr: Führung: Geschichte des Friedhofs der Märzgefallenen
15.00 Uhr: Gedenkfeier für die Opfer der Märzrevolution. Es sprechen u.a. Klaus Lederer, Senator für Kultur; Ralf Wieland, Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses; Clara Herrmann, Kulturstadträtin des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und Prof. Dr. Peter Steinbach, Mitglied des Kuratoriums des Friedhofs der Märzgefallenen. Moderation: Volker Schröder, Aktion 18. März. Musikalische Begleitung: vorwärts Liederfreunde.
Eintritt frei!

Im Anschluss Bustransfer zum August Bebel Institut. Um Anmeldung wird gebeten: anmeldung@paulsinger.de


August Bebel Institut:
Ein revolutionärer Abend mit Kochen, Film, Lecture, Diskussion, Performance & Party:
17.00 Uhr: »Und weil der Mensch ein Mensch ist« - Essen in der Revolution.
Revolutionskoch Wam Kat kocht in Mitmachaktion eine Kartoffelsuppe.
18–19 Uhr: »ART WAR« – Ägyptens Künstler*innen und die Revolution. Film von Marco Wilms
19–20 Uhr: »Die Gedanken sind frei« – Medien und Revolutionen 1848 und heute.
Podiumsdiskussion mit Regisseur Marco Wilms und Revolutions-Historiker Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann
20–21 Uhr: »Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun«. Das revolutionäre Lied. Mit Michael Karnetzki, dem singenden Stadtrat von Steglitz-Zehlendorf.

ab 21.00 Uhr : »Die Verhältnisse zum Tanzen bringen«. Berlin als Schauplatz von Rebellionen und Revolutionen. Spielte Kultur dabei eine entscheidende Rolle? Night-Lecture mit Dr. Susanne Kitschun (MdA) und Dr. Ralf Hoffrogge (Historiker), dem Willi Münzenberg Forum und dem Institut für Widerstand im Postfordismus. Anschließend: Party!


Sonntag, 19. März

11.00 Uhr „Auf zu den Barrikaden“. Szenische Führung zu Orten der Märzrevolution 1848 in der Berliner Innenstadt - unter anderem zur Singakademie (heute Gorki Theater /im Sommer 1848 Tagungsort der Preußischen Nationalversammlung) und zum Zeughaus (heute Deutsches Historisches Museum, am 14. Juni 1848 gestürmt). Das Publikum trifft auf historische Figuren wie Ernst Zinna, Generalleutnant von Prittwitz, Alexander von Humboldt, Adolf Menzel und.... im neuerrichteten Schloss Friedrich-Wilhelm IV. Dort informiert der Chefkurator des Landes Berlin, Paul Spies, über den Stand der Planungen für die „Berlin und die Welt“-Ausstellung im Humboldt-Forum und welchen Stellenwert die Revolution von 1848 dort bekommen wird.
Von und mit: Marc C. Behrens, Florina Limberg und Sebastian Teutsch (Theater Kirschendieb & Perlensucher)

Start: Französische Straße/Ecke Markgrafenstraße (Gendarmenmarkt). Die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.
Eine Anmeldung ist dringend erforderlich bis zum 16.3.2017!
Anmeldung: anmeldung@paulsinger.de


Veranstaltungsorte:
- Friedhof der Märzgefallenen, Ernst-Zinna-Weg 1, 10249 Berlin
- August Bebel Institut, Müllerstraße 163, 13353 Berlin


Weitere Informationen zum kompletten Programm finden Sie auf
www.friedhof-der-maerzgefallenen.de oder auf der gemeinsamen Homepage zur Aktionswoche www.revolution1848berlin.de


Beschreibung:

März 1848, das Volk begehrt auf: Zum ersten Mal wird Berlin Schauplatz einer Revolution. Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft wehren sich gegen das autokratische System des preußischen Königreichs und gehen für die Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen und die Presse- und Meinungsfreiheit auf die Straße. Am 18. März 1848 eskalieren die Ereignisse und knapp 300 Menschen, die meisten von ihnen aus ärmeren Bevölkerungsschichten, sterben innerhalb weniger Stunden bei Barrikadenkämpfen. Die meisten Opfer werden am 22. März unter großer Anteilnahme der Berliner*innen auf dem Friedhof der Märzgefallenen im Friedrichshain bestattet.
Die Forderungen der Revolutionäre von 1848 sind weiter brandaktuell. Ob im arabischen Raum, der Türkei oder in Russland: Menschen kämpfen für die Freiheit der Person und des Wortes, für Demokratie und Menschenrechte. Dennoch bleibt bei uns vielen der Begriff „Revolution“ eher fremd, leben wir doch in West-Europa seit mehreren Jahrzehnten in demokratisch konstituierten Gesellschaften. Was haben die Ereignisse von damals mit uns heute zu tun? Wofür würden wir auf die Straße gehen? Was bleibt vom revolutionären Geist des Jahres 1848? Diesen Fragen soll im Rahmen des Revolutionären Wochenendes am 18. und 19. März 2017 nachgegangen werden.

Kontakt:
Melanie Dore
E-Mail: melanie.dore@paulsinger.de
Telefon: 030 293479413

Ausstellungs- und Gedenkort Friedhof der Märzgefallenen
ein Projekt des Paul Singer Vereins
Ernst-Zinna-Weg 1, 10249 Berlin

gefördert von:
Senatsverwaltung für Kultur und Europa
und
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Fachbereich Kultur und Geschichte

Foto: Archiv Stiftung Stadtmuseum Berlin