Friedhof der Märzgefallenen

Am Grundstein der Demokratie. Die Revolution 1848 und der Friedhof der Märzgefallenen

Themen der Ausstellung sind die Berliner Märzrevolution und die Geschichte des Friedhofs der Märzgefallenen.

Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen:



Ausstellungspavillon zur Märzrevolution

Besucher
Blick in den Ausstellungscontainer, Foto: ON architektur

Vor dem Friedhof wurde ein speziell für diesen Zweck umgebauter 30 Meter langer Seecontainer aufgestellt. Er dient als Ausstellungspavillon und Informationsbüro. Dort wird die Geschichte der Berliner Märzrevolution von 1848 in ihrem europäischen und nationalen Kontext erzählt. Bilder und Dokumente sowie Biografien der einzelnen Akteure und eine Multivision über den Barrikadenkampf lassen die ereignisreichen Tage, die die Welt veränderten, lebendig werden: Rudolf Virchow zum Beispiel schreibt an seinen Vater am 19.3.1848: „ Gestern Mittag begann der erste Kampf; 12 Stunden lang hallte die Stadt wider von dem Donner der Kanonen und des Kleinfeuergewehrs – heute ist das Volk siegreich hervorgegangen, und kaum hat das Königtum einige armselige Trümmer gerettet. In diesem Augenblick feiert Berlin diese Revolution (...) durch eine glänzende Illumination, und die Stadt tönt wider von Freudenschüssen an allen Ecken.“ Nach dem Scheitern der Revolution musste der angehende Pathologe Berlin verlassen.

Außenausstellung zur Friedhofsgeschichte

Die Rotunde
Außenausstellung auf der Rotunde, Foto: ON architektur

Auf dem Friedhofsgelände selbst dokumentiert eine rund um den Gedenkstein von 1948 errichtete Ausstellungsrotunde mit einem Durchmesser von 22 Metern die bewegende Geschichte des Friedhofes, der immer wieder Ort politischer Auseinandersetzungen und Gegenstand gestalterischer Überformungen war. Teils unveröffentlichte Fotos und Dokumente - darunter Spitzelfotos der Polizei aus der Kaiserzeit, von der Zensur abgeschnittene Kranzschleifen und konfiszierte handschriftliche Protestzettel von Demonstrationsteilnehmern – veranschaulichen die hohe symbolische Bedeutung des Friedhofes. Es ist erstaunlich, wie an einem bisher eher unscheinbaren Ort plötzlich das ganze Spektrum der deutschen Geschichte der 19. und 20 Jahrhunderts aufscheint.

Audioguide

Ein akustischer Guide führt durch die Ausstellung, zu den erhaltenen Grabstätten und zur Skulptur des Roten Matrosen. Erinnerungen von „1848ern“ und Originaltexte aus der Zeit sind abrufbar – zum Beispiel die Ansprachen bei der Trauerfeier vom 22. März 1848 und Ausschnitte aus den Festreden zur Hundertjahrfeier von 1948, deren Ausgestaltung im Nachkriegsberlin eine heftige politische Kontroverse auslöste. Die Beschäftigung mit dem mühsamen Weg zur Durchsetzung demokratischer Verhältnisse in Deutschland soll auch zum Nachdenken über heute anregen: Sind alle Forderungen von 1848 erfüllt? Was bleibt zu tun?

Begleitende Bildungsarbeit

Um diese Fragen geht es auch bei der umfassenden politischen Bildungsarbeit zur Demokratiegeschichte, die begleitend zur Ausstellung angeboten wird. In Workshops, die in Kombination mit Ausstellungsführungen angeboten werden, können Jugendliche die Aktualität der Revolutionsforderungen diskutieren. Sie können zum Beispiel Buttons mit „März“forderungen herstellen, die sie an die gegenwärtige, demokratisch konstituierte Gesellschaft richten.

Öffnungszeiten

Der Friedhof und die Ausstellung sind täglich von 10-18 Uhr geöffnet. Eine öffentliche Führung findet jeden Sonntag um 16 Uhr statt.

Eintritt frei

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