Grabzeichen von Revolutionären der Berliner Märzrevolution gefunden

27.08.2019, 09:35 Uhr

Bei archäologischen Ausgrabungen mit Schüler*innen wurden auf dem Friedhof der Märzgefallenen drei Grabsteine und zwei Grabmarkierungen der Berliner Revolutionäre von 1848 gefunden.

post

Anlass der Grabung
Der Friedhof der Märzgefallenen ist mehrmals umgestaltet worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren von den ursprünglich 255 individuellen Gräbern der Opfer der Revolution von 1848 noch 37 Grabzeichen erhalten (überlieferte Liste von 1947).
Heute – nach der Umgestaltung und Aufschüttung von 1948 – sind es deutlich weniger.
Auf der Basis einer geophysikalischen Prospektion, von Archivrecherchen und einer Überlagerung von überlieferten Friedhofsplänen wurden in Abstimmung mit Expert*innen vier Grabungsfelder festgelegt.

Unter Fachaufsicht des Landesdenkmalamtes Berlin fand dann im August 2019 eine zweiwöchige eingriffsarme Grabung auf dem Friedhof statt, an der 15 Berliner Schüler*innen des John-Lennon-Gymnasiums (Mitte) und der Merian-Schule (Köpenick) aktiv mitgewirkt haben. Grabungsleitender Archäologe war Aaron Schröcke, Volontär beim Landesdenkmalamt.

Grabungsfunde
Gefunden wurden drei Kissengrabsteine, von denen einer – der Sand-Grabstein von Gustav Ripprecht – vermutlich aus der Gründungszeit des Friedhofs stammt. Dieser Grabstein hat auch eine besonders individuelle Inschrift der trauernden Witwe. Der Stein soll, so der Steinrestaurator des LDA keine Einwände erhebt perspektivisch im Besucherzentrum gezeigt werden.

Gefunden wurden außerdem ein Grabsockel sowie Teile einer gusseisernen Grabplatte.
Zusätzlich zu den aufgefundenen Grabzeichen wurden in dem Erdreich verschiedene Funde aus dem 18.-20. Jahrhundert entdeckt, darunter solche aus der Barockzeit.

Im Rahmen des diesjährigen Tag des offenen Denkmals finden zwei Führungen auf dem Friedhof der Märzgefallenen zu den Grabungen statt. Danach werden die Grabflächen wieder verfüllt. Für das Jahr 2020 ist eine Sonderausstellung zur Grabung geplant.

Führungen: 7. September 2019 um 14 Uhr, 8. September 2019 um 15 Uhr

Ort: Friedhof der Märzgefallenen, Ernst-Zinna-Weg 1, 10249 Berlin


Finanziert wird das Projekt von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.